Creative Commons

Creativ Commons LogoImmer mehr Menschen geraten in Konflikte mit dem Urheberrecht. Was vor Jahrzehnten von der Plattenindustrie bereits bei dem Aufkommen der Kompaktkassette als Totesstoss für die Künstler gewertet wurde, entwickelte sich immer weiter.

Nach selbstgebrannten CDs erorbern seit Jahren MP3 und andere Formate die Musikwelt.
Aber auch die so genannten eBookreader und PDFs verändern die Vermarktungsmöglichkeiten der Verlage.
Durch den technischen Fortschritt ist es jetzt für jedermann einfach, Inhalte verlustfrei zu kopieren und z.B. über das Internet zu verteilen.

Die meisten der großen Medienverlage hängen diesem Trend hinterher. Anstatt die Möglichkeiten der digitalen Welt zu verwenden, versuchen diese durch Lobbyisten Einfluss auf die Urherbrechtspolitik in Deutschland und in der ganzen Welt (Stichwort ACTA) zu nehmen.

Doch es geht auch anders. Kreativschaffende können Ihre Inhalt unter der Creative Commons Lizenz veröffentlichen und somit dem Konsumenten verschiedene Rechte einräumen.

Creative Commons (CC) ist eine  von einer Gruppe urheberrechtskritischer Juristen gegründete Non-Profit-Organisation, die in Form  vorgefertigter Lizenzverträge eine Hilfestellung für die  Veröffentlichung und Verbreitung digitaler Medieninhalte anbietet. Ganz  konkret bietet CC sechs verschiedene Standard-Lizenzverträge an, die bei  der Verbreitung kreativer Inhalte genutzt werden können, um die  rechtlichen Bedingungen festzulegen. CC ist dabei selber weder als  Verwerter noch als Verleger von Inhalten tätig und ist auch nicht  Vertragspartner von Urhebern und Rechteinhabern, die ihre Inhalte unter  CC-Lizenzverträgen verbreiten wollen. Die CC-Lizenzverträge werden also  von den Urhebern übernommen und in eigener Verantwortung verwendet, um  klarzustellen, was mit den Inhalten ihrer Webseiten geschehen darf und  was nicht. CC-Lizenzen richten sich als so genannte “Jedermannlizenzen”  an alle Betrachter dieser Inhalte gleichermaßen und geben zusätzliche  Freiheiten.  Das bedeutet, dass jeder mit einem CC-lizenzierten Inhalt  mehr machen darf als das Urheberrechtsgesetz ohnehin schon erlaubt.  Welche Freiheiten genau zusätzlich geboten werden, hängt davon ab,  welcher der sechs CC-Lizenzverträge jeweils zum Einsatz kommt.

Durch die Erstellung der CC-Lizenzverträge sind den Urhebern mehr  Optionen an die Hand gegeben worden. Vorher hatten sie in der Regel nur  die Wahl, ihre Inhalte entweder überhaupt nicht oder aber unter dem  gesetzlichen Standardschutz “alle Rechte vorbehalten” zu  veröffentlichen. Die wenigsten Kreativen haben zusätzlich Jura studiert  oder auf andere Weise genug Expertise im Urheberrecht gesammelt, um für  ihre Zwecke passende Lizenzverträge zu entwerfen. Und anwaltlichen Rat  für die eigenen Publikationen können sich auch nur manche leisten. In  den Zeiten von digitalen Medien und Internet haben sich diese  Eingeschränkungen immer mehr zu einer Behinderung von Kreativität  entwickelt, die auch für Künstler spätestens dann spürbar wird, wenn sie  mit ihren Arbeiten selber auf digitalen Inhalten anderer Kreativer  aufbauen wollen. Dann sind sie selbst in der Nutzerrolle und wissen  häufig nicht, ob Inhalte, die sie im Netz finden, bearbeitet, verbreitet  oder auf sonst eine Art und Weise verwendet werden dürfen.

Wenn die Inhalte dagegen CC-lizenziert sind, gibt es diese  rechtlichen Unsicherheiten nicht mehr. Man erkennt schon am Namen des  jeweiligen CC-Lizenztyps, was die wichtigsten Bedingungen bei der  Nutzung des Inhalts sind. Der einfachste CC-Lizenzvertrag verlangt vom  Nutzer (Lizenznehmer) lediglich die Namensnennung des  Urhebers/Rechteinhabers (Lizenzgeber). Darüber hinaus können aber  weitere Einschränkungen gemacht werden, je nach dem, ob der  Rechteinhaber eine kommerzielle Nutzung zulassen will oder nicht, ob  Bearbeitungen erlaubt sein sollen oder nicht und ob Bearbeitungen unter  gleichen Bedingungen weitergegeben werden müssen oder nicht. Durch die  Kombination dieser Bedingungen ergibt sich die schon genannte Auswahl  von insgesamt sechs verschiedenen CC-Lizenzen, die dem Rechteinhaber für  den deutschen Rechtsraum derzeit in der Version 3.0 zur Verfügung  stehen:

  • CC-BY: Der Name des Authors muss genannt werden
  • CC-BY-ND: Der Name des Authors muss genannt werden und es sind keine Bearbeitungen erlaubt
  • CC-BY-NC: Der Name des Authors muss genannt werden und es ist keine kommerzielle Nutzung erlaubt
  • CC-BY-NC-ND: Der Name des Authors muss genannt werden und die Bearbeitung sowie kommerzielle Nutzung ist ausgeschlossen
  • CC-BY-NC-SA: Der Name des Authors muss genannt werden, die kommerzielle Nutzung ist nicht erlaubt und die Weitergabe des Werkes bzw. Ableitungen vom Werk darf nur unter der gleichen Bedingung erfolgen.
  • CC-BY-SA: Der Name des Authors muss genannt werden und die Weitergabe des Werke bzw. Ableitungen davon müssen unter der gleichen Lizenz erfolgen

Was gibt es für Beispiele von Nutzung der CC-Lizenzen?

Creative  Commons Lizenzen werden in vielen Bereichen genutzt. Dazu  zählen u.a. verschiene Online-Angebote, Musik und auch Bücher.

Der  Verein Musikpiraten hat sich die Förderung von freien Lizenzen auf  die  Fahnen geschrieben. Im Jahr 2011 verteilte der Verein mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Helfer über 50.000 Kinderliederbücher in ganz Deutschland.

Weiterhin veranstaltet der Verein jährlich einen Musikwettbewerb mit dem  Namen Free!Music!Contest!,  zu welchem nur Stücke unter einer CC-Lizenz o.ä. zugelassen sind.

Auf der Internetplatform Jamendo sind über  300.000 Songs unter einer freien Lizenz downloadbar. Dies  sind nur ein  paar Beispiele, um aufzuzeigen, wie weit die Verbreitung  von CC-Lizenzen  im Speziellen und freien Lizenzen im allgemeinen  fortgeschritten ist.

Und was habe ich als Rechteinhaber davon?

Abgesehen  von den unmittelbaren Wirkungen — klar definierter Schutz   durch das  Urheberrecht bei zugleich genauerer Kontrolle darüber, was  für   Freiheiten mit dem Werk verbunden sind — gibt es mehrere denkbare    Beweggründe für eine Verwendung von CC-Lizenzen:

Lizenzverwendung als reines Statement
Manche  verwenden für ihre Werke nur deshalb CC-Lizenzen, weil sie    demonstrieren möchten, dass sie sich für Open Access und freien Zugang zu Kulturgütern im Allgemeinen aussprechen. In vielen Communities ist es  inzwischen eine Selbstverständlichkeit, sich offener Lizenzmodelle zu bedienen statt sich alle Rechte strikt vorzubehalten.

Besonderes Interesse an Bearbeitung
Andere  wiederum sind besonders von dem Gedanken fasziniert, dass ihre   Werke  aufgegriffen und weiterverwendet werden, und sehen diesem Prozess   in  den Weiten des Cyberspace gerne zu. Ohne freie Lizenzierung  (mittels   CC-Lizenzen oder anderen Standardlizenzen) muss für jede  Verwendung   erstmal beim Urheber nachgefragt werden. Da dies den Aufwand  für  andere  erhöht, werden Inhalte ohne Freiheiten oft entweder gar  nicht  oder ohne  Erlaubnis genutzt, was beides nicht im Sinne der  Urheber  ist.

Beitrag zur Vermehrung des Materialpools
Wer  regelmäßig auf das bereits vorhandene digitale Material   zurückgreift,  z.B. weil die eigene Werkform es einfach erfordert   (Vertonen von  Videos, Grafikdesign, Musikmixes, …), der weiß, dass   dieser  Materialpool nur dann aktuell und ergiebig bleibt, wenn aus ihm   nicht  nur entnommen, sondern auch etwas hinein gegeben wird. Eine —  wenn   auch vielleicht eingeschränkte — Freigabe der eigenen Inhalte    unterstützt die gegenseitige Vermehrung und Erhaltung des gemeinsamen Materialpools.

Steigerung der Verbreitung eigener Werke
Auch  kommerzielle Erwägungen können für eine CC-Lizenzierung  sprechen:   Insbesondere junge Künstler sind meist dingend auf rasche  Verbreitung   ihrer Inhalte angewiesen, erreichen diese aber gerade  mangels   Bekanntheit nur schwer und bleiben dadurch auch unbekannt. Eine    Veröffentlichung unter einer freien Lizenz führt oft zu einer spürbar    größeren Verbreitung der Inhalte, da die potenziellen Nutzer frei    zugreifen dürfen und über bestimmte Plattformen und Suchmaschinen    bereits heute gezielt nach frei lizenzierten Inhalten gesucht werden kann.

Die Creative Commons Linzenzen werden auch in folgendem Comic anschaulich erklärt:

Mehr Informationen erhalten Sie unter anderen unter http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/
Quelle: Creative Commons Deutschland CC-BY (Creative Commons Namensnennung 3.0 DE Lizenz)
Quelle Comic: CC-BY: Original Nerdson, nerdson.com. Übersetzung: Linus Neumann

Autor:
Datum: Sonntag, 3. Juli 2011 19:08
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